Fischereiverein Oberviechtach e.V.



   
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Schnupperangel am 04.08.2012
am Mühlweiher


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Fischereiverein mit gelungenem Start ins Ferienprogramm

Einblick in die Welt des Angelns – Kinder begeistert

Oberviechtach (baf). 20 begeisterte Kinder, die sich im Rahmen des Ferienprogramms der Stadt Oberviechtach für das „Schnupperangeln“ des Fischereivereins im Tourismusbüro angemeldet hatten, konnten sich unter Anleitung erfahrener Fischer zwei Stunden lang in  der bunten Welt der Angelfischerei tummeln. Der Fischereiverein, der im Raum des Altlandkreises Oberviechtach alles rund um  das Angeln anzubieten versucht, hat natürlich auch einen Hintergedanken:  Weil auch diese Gemeinschaft an der Nachwuchspflege nicht vorbeikommt, möchte sie junge Menschen dazu motivieren, sich für die Fischwaid zu interessieren,  um ein Leben lang ebenfalls von der Begeisterung und der Liebe zu dieser Beschäftigung mit Natur, Wasser und dessen Bewohnern  „angesteckt“ zu werden.

Schnupperangeln wird gerne genutzt

Erwartungsvoll und voller Tatendrang versammelten sich die Kids im Alter zwischen 5 und 10 Jahren bei schwül-heißem Wetter am Ufer des Lukahammerweihers. Dass die Sonne erbarmungslos auf die Steilufer des Pachtwassers des Vereins herabsengte, schien ihnen nichts auszumachen. Manche hatten vorsorglich eigene Angelgeräte mitgebracht und verwiesen auf schon vorhandene „Vorerfahrungen“. Nach einer kurzen Begrüßung und der unumgänglichen Kontrolle der Teilnehmerliste durch den Vorsitzenden Alfons Binder und eines kurzen Steckbriefs des Vereins sowie der Ablaufplanung  ging es schnell zur Sache.


Friedfische, Raubfische und Angeln mit der Fliege

In drei Gruppen hatten die Organisatoren die jungen Teilnehmer eingeteilt, die im 20-Minuten-Takt die Gruppe wechseln konnten, so dass jeder Schnupperangler die ganze Breite des Angebots nutzen konnte und so voll auf seine Kosten kam.
Michael Rahn hatte seine Ausrüstung als Fliegenfischer an einer geeigneten Stelle aufgebaut und zeigte den Kindern  die Grundprinzipien dieser besonderen Form des Angelns, die oft als „Königsdisziplin“ bezeichnet wird und nicht nur in der Salomonidenregion der Alpenflüsse  Erfolg versprechend ist. Wer schon einmal versucht hat, selbst Hand anlegen und  eine Fliege auf dem Wasser tanzen zu lassen, dem ist sicherlich bewusst geworden, dass dazu neben der erforderlichen Ausrüstung viel Übung und Geschick gehört.
Julian Scherz zeichnete für das Angeln auf Raubfische mit einer breiten Palette verschiedenster Kunstköder verantwortlich. Die zukünftigen Jungangler durften alles anfassen, Wurfübungen machen und versuchen einen Kunstköder verführerisch zu anzubieten. Dass diese Angeltechniken nicht nur theoretisch sondern tatsächlich funktionieren zeigte sich,  dass die Blinker, Spinner und Wobbler im Wasser richtig geführt, tatsächlich ein lebendes Fischchen imitieren und Raubfische dazu verleiten, in Plastik und Metall zu beißen.
In die Angelmöglichkeiten auf Friedfische führte 2. Vorstand Peter Schwabenbauer ein. Er vermittelte den Kindern u.a.den Einsatz von Aromastoffen und die Produktion von Boilies, Teigen und Pasten, die ein unerschöpfliches Anwendungsfeld ermöglichen und auch beim Wettkampffischen oder beim Stippen  eingesetzt werden. Mit vorbereiteten leichten Geräten versuchte man anschließend sein Glück und es wurden  Rotaugen und Rotfedern sicher gelandet. Den jungen Fischern wurde hier deutlich bewusst, dass scheinbare Kleinigkeiten über Erfolg oder Misserfolg entscheiden, Angeln also ein überaus sensibles Geschäft ist.
 

Veranstaltung als feste Größe mit Änderungen geplant

Das „Schupperangeln“ zeigt einmal mehr die gute Zusammenarbeit zwischen der Stadt und dem Verein, die beiden Seiten zu gute kommt ist. Auch nach der  diesjährigen positiven Resonanz ist eine Wiederholung sicher, ist doch die Jugendarbeit für jeden Verein ein Muss. So wird die Veranstaltung zukünftig zu einem festen Bestandteil im Jahresprogramm der Oberviechtacher Petrijünger. Das anschließende Grillfest und vor allem das Nachtangeln, das sich die teilnehmenden Mitglieder des Vereins anschließend „gönnten“, soll im nächsten Jahr auch für die Schnupperangler und ihre Eltern zugänglich sein. Übrigens: Auch hier braucht sich der Verein nicht zu verstecken, denn Pauline Mösbauer und Josef Wachter konnten je einen schönen Zander auf die Schuppen legen und ein Erinnerungspräsent mit nach Hause nehmen


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Neunauge

 Fisch des Jahres 2012






Der Verband Deutscher Sportfischer (VDSF), das Bundesamt für Naturschutz (BfN), der Deutsche Angler Verband (DAV) und der Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) haben die Neunaugen zum Fisch des Jahres 2012 gewählt.

Neunaugen, deren Entwicklung rund 400 bis 500 Millionen Jahren zurückreicht, gehören zur ältesten, noch lebenden Wirbeltierklasse der Erdgeschichte. Streng genommen zählen sie nicht zu den „Fischen“, sondern zu den so genannten Rundmäulern. Aufgrund von Schutzmaßnahmen haben sich die Neunaugenbestände in unseren heimischen Gewässern in den vergangenen Jahren allmählich erholt. Mit der Wahl zum Fisch des Jahres soll aber auch darauf hingewiesen werden, dass weitere Anstrengungen unternommen werden müssen, um den Fortbestand der einzelnen Arten zu sichern.
In Deutschland gibt es vier Neunaugenarten: Bach- und Flussneunauge, Ukrainisches Neunauge sowie das Meerneunauge. Statt des gewöhnlichen Fischmauls mit Ober- und Unterkiefer haben alle Arten einen kreisförmigen, innen bezahnten Saugmund auf der unteren Seite des Kopfes. Der Körper ist aalförmig und hat keine Schuppen. Die deutsche Bezeichnung Neunauge ist sehr alt und entstand durch ungenaue Beobachtung Die eigentlichen Augen, die nur einfach vorhandene Nasenöffnung und die sieben, seitlich gelegenen Kiemenöffnungen erwecken bei flüchtigem Betrachten den Eindruck, das Tier hätte neun Augen auf jeder Körperseite.
Alle Neunaugen laichen im Süßwasser ab und kommen dort zur Welt. Während die Bachneunaugen das ganze Leben im Süßwasser verbringen, handelt es sich beim Fluss- und Meerneunauge um Wanderarten. Direkt nach der Umwandlung zum erwachsenen Tier wandern sie ab in die Brackwasserregionen oder ins Meer. Dort ernähren sie sich parasitisch, indem sie sich an Fischen festsaugen und mit ihrem Zungenkopf die Haut aufraspeln. Dabei nehmen sie Blut und Gewebeteile auf. Z. T. bohren sie sich sogar bis in die Körperhöhle des Opfers vor. Im Gegensatz dazu nehmen Bachneunaugen im erwachsenen Zustand keine Nahrung mehr zu sich und werden somit auch nicht als Fischschädlinge auffällig. Mit dem Erreichen der Geschlechtsreife erlischt bei allen Arten die Nahrungsaufnahme.
Zur Fortpflanzung steigen Fluss- und Meerneunaugen oft mehrere hundert Kilometer in die Flüsse zu ihren Laichgebieten auf (sog. Lang-Distanz Wanderer). Im Frühling bilden sich Laichgesellschaften, die unter aktiven Paarungsspielen Laichgruben ausheben, indem sie mit Hilfe des Saugmaules Steine aufsammeln und entfernen. Nach dem Laichakt sterben die Neunaugen an Entkräftung.
Die geschlüpften blinden Larven, Querder genannt, vergraben sich im Sand oder Schlamm. Der Kopf bleibt frei und filtert feine Nahrungspartikel wie Kleinlebewesen oder Pflanzenteilchen aus dem Wasser. Das Larvenstadium ist die längste Phase im Leben der Neunaugen. Es dauert mindestens fünf Jahre. Anschließend vollziehen die Tiere einen erstaunlichen Gestaltwandel vom Larven- zum Erwachsenenstadium.
Im 19. Jahrhundert waren Neunaugen in unseren heimischen Gewässern noch sehr häufig und weit verbreitet. Sie wurden durch die Fischerei genutzt und waren als Nahrungsmittel des Menschen bis ins 20. Jahrhundert beliebt. Durch Verschmutzung und Verbau der Gewässer sind sie stark zurückgegangen. Wo durch Regulierungen keine sandigen Sedimentbänke mehr vorkommen, oder durch Aufstau kiesige Laichplätze verloren gegangen sind und Sandbänke von Schlamm überdeckt werden, verschwinden auch die Neunaugen. Hindernisse wie Querverbauungen können sie nicht überwinden und auch so manche Fischaufstiegshilfen nicht passieren.

Sollte der Ausbau von Wasserkraftwerken und Querbauwerken vorangetrieben werden, ist zu befürchten, dass sich der mancherorts inzwischen wieder gebesserte Erhaltungszustand der Neunaugen wieder verschlechtern könnte.